Donnerstag, 24. Mai 2018

Abtreibungsaktivisten zweifeln an Tauglichkeit des Kampfbegriffes „Selbstbestimmung“

Der Autor auf einer Pro-Life-Demo
Um die liberale Abtreibungspraxis zu verteidigen, verwenden Abtreibungsaktivisten in der Regel ein einziges Argument: Die Schwangeren hätte ein „Recht auf Selbstbestimmung“.

Was sie damit sagen wollen ist, dass die Frau völlig autonom in der Entscheidung sein soll, ob sie das Kind in ihrem Leib austrägt oder nicht. Um diese diese Position zu rechfertigen, abstrahieren sie völlig die Existenz des Kindes. Das gezeugte Kind führt in den apologetischen Texten der Abtreibungsaktivisten fast immer eine Nicht-Existenz.

Diese Stratgie führt offensichtlich dazu, dass sie die Realität des Problems nicht nur reduzieren, sondern auch verzerren, wodurch ihre Glaubwürdigkeit erheblich geschwächt wird: Jede Frau, die nicht völlig ideologisch verblendet ist, versteht, dass es sehr wohl (auch) um das Leben eines Menschen geht. Ansonsten wäre gar nicht zu verstehen, wieso seit Jahrzehnten in dramatischer Art und Weise über Abtreibung diskutiert wird, selbst in Ländern, in denen die Abtreibung legal und staatlich subventioniert ist.

Aber inzwischen sind andere Bedenken hinzugekommen: Durch die Fixierung auf das Selbstbestimmungsargument schließt sich der radikale Feminismus von neu hinzu gekommenen Debatten völlig aus, die durchaus ideologische Positionen betreffen, die ihn eigentlich was angeht.

Wer dies verstanden hat, ist Kirsten Achtelik, die in ultra-linken Verlagen wie „Verbrecher“ publiziert. Sie befürwortet rabiat Abtreibung, scheint aber die Einfalt der Argumentation ihres Milieus zu erkennen, die zu fanatischen und nicht mehr zu rechtfertigenden Positionen führen.

So schreibt Achtelik im „Für Föten und Werte. Die ‚Lebensschutz‘-Bewegung in Deutschland“ (erschienen in „Juliane Lang, Ulrich Peters (Hrsg.): Antifeminismus in Bewegung. Aktuelle Debatten um Geschlecht und sexuelle Vielfalt“): Aufgrund des Erstarkens der Pro-Life-Bewegung, ist „die Versuchung groß, alle linken, feministischen und emanzipatorischen Kräfte unter dem Label der Selbstbestimmung sammeln zu wollen. Dadurch besteht aber die Gefahr, die ambivalenten, problematischen und antiemanzipatorischen Konnotationen dieses Konzeptes für die gemeinsamen Sache und das größtmögliche Bündnis auszublenden. »Selbstbestimmung« jedoch ist kein eindeutig emanzipatorischer, positiver Begriff, sondern ein ambivalenter, der in Richtung optimierter Selbstverwertung und konsumistischer Wunscherfüllung offen ist. Diese individualistischen und neoliberalen Implikationen des Begriffs beeinträchtigen sein Potential, zur radikalen Veränderung gesellschaftlicher, sozialer und ökonomischer Machtverhältnisse beizutragen.

In den Debatten um das Thema Abtreibung seit den späten 1960ern wird dies deutlich in der seltsamen Allianz zwischen dem feministischen Flügel in der SPD (und später bei den Grünen und bei den Linken) und der FDP. Obwohl sie eigentlich völlig unterschiedliche Weltanschauungen vertreten, scheinen sie sich beim Thema Abtreibung einig zu sein, so auch in der gerade laufenden Debatte um den Werbeverbot (§ 219a StGB). Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, schlug der SPD vor: „Wenn die SPD die Streichung von § 219a StGB auf die Tagesordnung setzt, wird eine Mehrheit dafür nicht an der FDP scheitern.“

Kirsten Achtelik erkennt die Gefahr, dass der Begriff „Selbstbestimmung“ eine Normativität zulässt, die ganz von Individualismus und Selbstverwirklichung durch Perfektion und Leistung mitgeprägt ist.

Diese Sicht des Themas würde problemlos erlauben, Kinder, die bestimmte Gesundheitsnormen nicht erfüllen, zu töten (vor oder nach der Geburt).

In den letzten Jahren war eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der linken Bewegungen der Kampf gegen (angeblich) willkürliche Normativitäten. Dieser Kampf bekommt erheblichen Gegenwind durch das Streben nach „Selbstbestimmung“.

Nirgends ist dies deutlicher zu sehen, als in den neu hinzugekommenen Themen des Lebensschutzes, etwa der Pränataldiagnostik. Diese führt bekanntlich zu einer fast vollständigen Tötung aller Kinder mit Behinderungen, wie etwa das Down-Syndrom.

Wenn perfekte Gesundheit zur absoluten Norm erhoben wird, so kann das nur bedeuten, dass Kinder mit Behinderungen keinen Anspruch auf Leben haben dürfen.

Zwar drücken das wenige so aus, doch das ist die Praxis. Diese utilitaristische Sicht des menschlichen Lebens hat der australische Philosoph und Tierrechtler Peter Singer philosophisch formuliert. Er plädiert sogar dafür, Kinder nach der Geburt zu töten, sollten sie behindert sein.

Dass es aufgrund technologischer Fortschritte in der Pränataldiagnostik zu Konflikten zwischen dem Ziel „Selbstverwirklichung“ und anderen Zielen linker Bewegungen kommen muss, ist offensichtlich. Achtelik schreibt dazu in ihrem Buch „Selbstbestimmte Norm“ (2015): „Die Forderung nach Selbstbestimmung will dann nur noch individuelle Bedürfnisbefriedigung innerhalb der gesellschaftlichen Normen. Und diese sind – allem Reden von Inklusion und einigen Erfolgen der Behindertenbewegung zum Trotz – allzu oft weiterhin behindertenfeindlich."

Achtelik erkennt die Gefahr, dass ihre Feinde, die „Lebensrechtler“, den Diskurs in diesen bioethischen Themen dominieren und appelliert an ihr eigenes Milieu, den Feminismus: „>Lebensschützer< werden wieder lauter und sichtbarer, ihre Gegner*innen halten ihnen die alte feministische Parole des Rechts auf Selbstbestimmung entgegen. In diesem Bild fehlt die feministische Fraktion, die seit den 1980er-Jahren kritisch über die Bedeutung von Selbstbestimmung diskutiert, die Pränataldiagnostik und selektive Schwangerschaftsabbrüche nicht als Erweiterung der Entscheidungsmöglichkeiten für Frauen begreift, sondern als Ausweitung des Normalitätsgebotes.“

Donnerstag, 17. Mai 2018

In eigener Sache: Kommentarfunktion inaktiv wg. EU-DSGVO

Aufgrund der erhöhten Bestimmungen der neuen Datenschutzverordnung (EU-DSGVO) bezüglich Kommentaren, wurde einstweilen diese Funktion inaktiviert.

Mittwoch, 16. Mai 2018

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Erstellt mit Datenschutz-Generator.de von RA Dr. Thomas Schwenke

Sonntag, 13. Mai 2018

Fanatismus und Radikalität von Abtreibungsaktivisten: Ein konkretes Beispiel

An diesem einen Satz kann man gut den Fanatismus, die Radikalität und die Menschenverachtung mancher Abtreibungsaktivisten erkennen: "die Abtreibung von Zellklumpen":





Mittwoch, 9. Mai 2018

Frankfurt diskutiert über Gebets-Mahnwachen vor Pro Familia

Seit dem Frühjahr 2017 treffen sich Beter im Rahmen der Initiative „40 Tage für das Leben“ vor der Beratungsstelle von „Pro Familia“ im Frankfurter Stadtteil Westend. Die Gebetsaktionen dauern 40 Tage und finden zweimal im Jahr statt: Im Frühjahr und im Herbst.

Gegen die letzte Aktion, die vom 15. Februar bis zum 25. März 2018 stattfand, formierte sich der Protest von Abtreibungsaktivisten. Diese bildeten das Bündnis „Frankfurt für Frauen*rechte“, welches die Gegendemonstrationen koordinieren sollte. An diesen nahmen auch linksradikale und radikalfeministische Gruppen teil, die stets die Beter störten und bizarre Spektakel veranstalteten. Der Platz vor Pro Familia verwandelte sich zunehmend in einen Tummelplatz für groteske und schrille Aufführungen. Anhand dieser erhofften sich wohl die Abtreibungsaktivisten, die Beter zu vertreiben, was aber nicht gelang. Wie geplant, endete die Gebetsaktion am 25. März 2018.

Im Stadtparlament wurde über die Mahnwachen debattiert. Durch einen Antrag versuchte die FDP sogar, den Ort der Gebetsaktion zu verlegen

Die CDU Frankfurts hat die Mahnwachen mit dem Argument verteidigt, die Beter würden ihr Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen. „Nur, weil wir Inhalte oder Positionen Anderer nicht teilen, können und wollen wir diese nicht verbieten im demokratischen Deutschland“ so Sylvia Hornung, Vorsitzende der Frauen-Union in Frankfurt.

Die Diskussion wird voraussichtlich anhalten, solange es diese Mahnwachen gibt. Aus diesem Grund hat die CDU-Fraktion  im Ortsbeirat 2 (Westend, Kuhwald, Bockenheim) am 8. Mai 2018 eine Podiumsdiskussion organisiert, in der die unterschiedlichen Standpunkte zum Sachverhalt vorkommen sollten. Das Podium war gebildet von Dr. Ursula Schoen, Prodekanin des Evangelischen Stadtdekanats Frankfurt; Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Louwen, Landesvorsitzender von „Pro Familia“; Michael Prinz zu Löwenstein, CDU Fraktionsvorsitzender im Römer und Cornelia Kaminski von den Christdemokraten für das Leben.

Zunächst erläuterten die Podiumsteilnehmer ihre Positionen. Der Vertreter von „Pro Familia“, Prof. Louwen, sprach sich erwartungsgemäß gegen die Mahnwache vor der Beratungsstelle aus. Sein wichtigstes Argument: Die Anonymität der Frauen, die zur Beratungsstelle kommen, sei auf diese Weise nicht gewährt. Zudem würden die Frauen, die zum Besuch der Beratung per Gesetz gezwungen sind, unter Druck gesetzt. Diese Umstände würden die Beratungsgespräche erheblich belasten. 

Dr. Ursula Schoen, äußerte sehr vorsichtig ihre Meinung, die Mahnwachen sollten am besten woanders stattfinden, um eben die Frauen nicht emotional zu belasten. Dennoch wiederholte sie mehrmals während der Diskussion, dass der Schutz des ungeborenen Lebens im Mittelpunkt der Beratung stehen müsste. Das ungeborene Leben zu schützen sei das primäre Ziel, wozu auch die Rechtslage verpflichtet.

Der Ort der Mahnwachen wurde von den beiden CDU-Vertretern verteidigt. 

Prinz zu Löwenstein gab zu bedenken, dass die Versammlungsfreiheit den Betern das Recht gibt, sich dort zu treffen und zu beten. Auch betonte er, es ginge insbesondere um den Schutz des ungeborenen Lebens und der öffentliche Einsatz hierfür sei zu begrüßen. Cornelia Kaminski verteidigte vehement die Mahnwachen und gab zu bedenken, dass sie nicht selten in letzter Sekunde in der Lage seien, das Leben von ungeborenen Kindern zu retten. 

In der anschließenden Diskussion, in der auch Fragen des Publikums zugelassen waren, stand Professor Louwen im Fokus. Immer wieder wurde er mit der Tatsache konfrontiert, dass „Pro Familia“ nicht lediglich eine Beratungsorganisation sei, sondern auch politisch aktiv. Sie strebt die Abschaffung des Paragraphen 218 an und tritt für eine ultraliberale Abtreibungsgesetzgebung ein. So tritt sie auch in ihren Publikationen auf. Unter diesen Umständen könne sie nicht den Anspruch erheben, nicht Ziel von Mahnwachen oder Protesten zu sein.

Ebenso wurde angemerkt, dass „Pro Familia“ die Proteste vor der Beratungsstelle gegen die Beter angefeuert, bzw. an diesen aktiv teilgenommen hat. Zudem hätte „Pro Familia“ in Allianz mit dem Bündnis „Frankfurt für Frauen*rechte“ die Aktionen gegen die Gebetswachen mit der Forderung verknüpft, den § 219a StGB (Werbeverbot für Abtreibungen) abzuschaffen. Auf diese Weise wurden die Proteste gegen die Beter erst recht zu einer politischen Manifestation. 

Prof. Louwen erwiderte mehrmals, auch „Pro Familia“ wolle das Leben der ungeborenen Kinder retten. Cornelia Kaminski begrüßte diese Klarstellung und fügte die Bitte hinzu, der Landesverband Hessen möge versuchen, dass sich alle Landesverbände diesem Ziel anschließen. Aus den Schriften und Internetauftritten ließe sich diese positive Einstellung zum ungeborenen Leben nämlich nicht ablesen.

Prinz zu Löwenstein stellte in Zweifel, ob die Gegner der Mahnwachen auch andere Proteste ablehnen würden, in denen ihre Argumente (Bedrängung der Frauen, mangelnde Anonymität) zutreffen würden. Er vermutet, dass eben doch eine ganz bestimmte Meinung verdrängt werden soll.

Die Veranstaltung wurde auch von einer Gruppe radikaler Abtreibungsaktivisten besucht. Diese taten sich vor allem durch lautes Zurufen, persönliche Beleidigungen der anwesenden Lebensrechtlern und flegelhaftes Verhalten hervor. Den Bürgersteig vor dem Veranstaltungsort bekritzelten sie mit Abtreibungsslogans- und Symbolen.

Doch angesichts der Tatsache, dass Veranstaltungen zum Thema Abtreibungen fast immer in erhitzter Atmosphäre stattfinden, verlief die Podiumsdiskussion der CDU-Fraktion im Frankfurter Westend recht manierlich.

Freitag, 4. Mai 2018

Interkommunion: Deutscher Progressismus vor einem Scherbenhaufen

Kardinal Reinhard Marx. Foto: Erzbistum München-Freising
Gewissermaßen war es eine angekündigte Absage: Papst Franziskus hat sich geweigert, sich in die deutsche Debatte um die Interkommunion einzumischen. Er forderte die deutschen Bischöfe auf, zunächst selber eine Lösung zu finden. Diese sollte zudem einstimmig erfolgen.

Das klingt ungefähr so: Ihr (sprich: Kardinal Marx) habt ein Riesenproblem geschaffen. Seht selber zu, wie Ihr da raus kommt. Und wenn es nicht zu einer Einstimmigkeit kommt, so ist das Problem aus der Welt geschaffen.

Doch diese Antwort ist auch eine Offenbarung: Dem Vatikan kann nicht entgangen sein, dass Kardinal Marx & Co., also der deutsche Reformkatholizismus, im Grunde ein siechender Riese ist. Der Progressismus kann in Deutschland auf keinem relevanten Gebiet irgendeinen Erfolg bieten. Die Statistiken über Kirchenaustritte, geringe Berufungen etc. sprechen für sich.

Oft wird im Ausland darauf hingewiesen, dass die katholische Kirche reich sei und man sich mit diesem Reichtum Einfluss erkaufe. Doch diese Analysen übersehen komplett, dass etliche Bistümer pleite sind. Die meisten Einnahmen sind zweckgebunden: An Krankenhäuser, an Altersheimen, an Kindertagesstätten etc. Diese Gelder kann man nicht für die Ausbreitung des deutschen Progressismus verwenden.

In der Theologie lebt der deutsche Progressismus vielmehr vom Staat, der die Lehrstühle finanziert.

Aber auch wenn man auf die Verbreitung des Progressismus schaut, wird die Misere besonders deutlich: Die Auflagen der Bistumsblätter sind im freien Fall, wenige Verlage sind unter wirtschaftlichen Kriterien noch existenzfähig etc. Selbst Großverlage wie Herder müssen immer wieder Buchreihen streichen.

Mit anderen Worten: Der liberale Reformkatholizismus hierzulande ist ein Bluff. Würden an den Machtzentren keine Progressisten sitzen, die es immer noch schaffen, gesunde Initiative am Wachstum zu hindern, wäre er längst verschwunden oder zumindest unbedeutend.

Die Wahrheit ist: Der Progressismus hat keinen Resonanzkasten mehr.

Besonders deutlich wurde dies vor der Familiensynode im Jahr 2015.

Gruppen wie „Wir sind Kirche“ hatten die Absicht, eine massive Agenda zur Durchsetzung ihrer Reformidee durchzuführen. Doch sie scheiterten kläglich, weil niemand mehr hinter ihnen steht. Nur linke Medien verbreiten ihre gescheiterten Vorstellungen.

Und nun zur Interkommunion: Es ist kein Geheiminis, dass die Progressisten gegenüber den Protestanten einen Minderwertigkeitskomplex haben. Sie beneiden sie, weil diese sich nicht an ein römisches Lehramt halten müssen, sondern sich ihren theologischen Phantasien frei hingeben können.

Aus diesem Grund sagen sie seit Jahrzehnten: Im Grunde genommen glauben wir an dasselbe.

Doch das ist pure Selbsteinbildung, die selbst von den seriösen Protestanten nicht geteilt wird. Deren Reaktion auf die geplante Handreichung zur Interkommunion für Mischehen war: Wollt ihr, dass wir Katholiken werden, ohne es offen auszusprechen? Oder seid Ihr eigentlich protestantisch?

Kardinal Reinhard Marx kam sich wohl besonders schlau vor, als er meinte, ein allgemein verbindliches Dokument sei nicht nötig: Wir wenden den Trick der Einzelfalles an.

Pech für ihn, dass noch logisches Denken in Teilen des deutschen Katholizismus herrscht. Sieben Bischöfe richteten ein  Ersuchen an Rom, doch bitte den Fall theologisch und kirchenrechtlich zu klären.

Die Antwort des Papstes: „Für Euch hole ich nicht die Kastanien aus den Kohlen. Seht selber zu, wie Ihr klar kommt.“

Nun steht Kardinal Marx, Vorsitzender der Bischofskonferenz, vor einem Scherbenhaufen. Er hat vollends seinen Ruf ruiniert.

So unterstützte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk die Forderung von Bischof Franz-Josef Bode, homosexuelle Paare zu segnen. Dieses Ansinnen erzeugte eine lebhafte Debatte, die erst ein Ende nahm, als er – einen Monat später – erklärte, er hätte „das nicht so gemeint“. Die katholische Öffentlichkeit schüttelte den Kopf über so viel Zynismus.

Kurz danach präsentierte er seine Vorstellungen zur Interkommunion in Mischehen. Begründet wurde es mit Tricks und kirchenrechtlichen Spitzfindigkeiten. Auf lokaler Ebene sollten die Pfarrer entscheiden, ob die Spendung der Kommunion in Einzelfällen an nichtkatholische Ehepartner möglich sein könne. Auf diese Weise vermied es Kardinal Marx, ein verbindliches bischöfliches Dokument verfassen zu müssen. Diesen Trick der „Einzelfallentscheidungen“ hatte er zuvor schon bei der Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene angewendet. Auf diesem Weg war Kardinal Marx dabei, die Situationsethik in die katholische Kirche einzuführen und zugleich den "Schwarzen Peter" den Priestern vor Ort zuzuschieben.

Zuletzt gab er eine Tirade gegen die Anbringung von Kreuzen in den bayerischen Amtsstuben, durch die er eine Welle der Empörung gegen sich auslöste.

Jedem normal denkenden Mensch wird klar: Kardinal Marx ist seine Fähigkeit, Situationen angemessen einzuschätzen, völlig abhandengekommen.

Es wird immer deutlicher, dass sein „Drang nach Vorwärts“ eine andere, nicht-katholische Kirche anstrebt.

Möglicherweise erkennt Kardinal Marx es nicht selber, doch für den deutschen Progressismus in Deutschland ist er zu einem Hindernis geworden. Es ist eine Frage der Zeit, bis er von einer unverbrauchten Figur ersetzt wird.

Dienstag, 1. Mai 2018

Hat sich Kardinal Marx als Erzbischof von München-Freising selbst entmachtet?

Kardinal Reinhard Marx. Foto: Erzbistum München-Freising
Die Kritik von Kardinal Marx am Erlass des neuen bayerischen Ministerpräsidenten, Kreuze in allen Behörden anzubringen, erfuhr eine enorme Beachtung in den Medien und den sozialen Netzwerken.

Zu Recht: In einer Zeit, in der das Christentum in Deutschland um sein Überleben kämpft, torpediert der Vorsitzende der Bischofskonferenz eine Maßnahme, die dem Christentum hierzulande mehr Sichtbarkeit verleihen soll.

Entsprechend fielen die Reaktionen aus:

Während die Christen aller Konfessionen, die den Ernst der (un)religiösen Lage erkennen, mit Fassungslosigkeit und Abscheu auf die Aussagen des Münchner Erzbischofs reagierten, jubelten diejenigen, die sich ein laizistisches und atheistisches Deutschland wünschen.

Der Angriff von Kardinal Marx auf die Anbringung von Kreuzen an staatlichen Behörden zeugt von einer wahren Verachtung für die Interessen des Christentum in Deutschland, dennoch kommt er nicht unerwartet.

Allein dieses Jahr gab der Oberhirte von München Anlass zu Schlagzeilen, die Zweifel wecken, ob ihm am Wohl der katholischen Kirche und des Christentums in Deutschland gelegen ist.

So unterstützte er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk die Forderung von Bischof Franz-Josef Bode, homosexuelle Paare zu segnen. Dieses Ansinnen erzeugte eine lebhafte Debatte, die erst ein Ende nahm, als er – einen Monat später – erklärte, er hätte „das nicht so gemeint“. Die katholische Öffentlichkeit schüttelte den Kopf über so viel Zynismus.

Kurz danach präsentierte er seine Vorstellungen zur Interkommunion in Mischehen. Begründet wurde es mit Tricks und kirchenrechtlichen Spitzfindigkeiten. Auf lokaler Ebene sollten die Pfarrer entscheiden, ob die Spendung der Kommunion in Einzelfällen an nichtkatholische Ehepartner möglich sein könne. Auf diese Weise vermied es Kardinal Marx, ein verbindliches bischöfliches Dokument verfassen zu müssen. Diesen Trick der „Einzelfallentscheidungen“ hatte er zuvor schon für die Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene angewendet. Auf diesem Weg war Kardinal Marx dabei, die Situationsethik in die katholische Kirche einzuführen und zugleich den "Schwarzen Peter" den Priestern vor Ort zuzuschieben.

Der Angriff auf die Kreuze an staatlichen Behörden ähnelt dem Appell an die Katholiken, Muslime in ihre Häuser einzuladen (Karfreitag 2018). Er formulierte damit in der Frage des Glaubens keinen Appell zur Mission, sondern zur Akzeptanz.

Diese öffentlichen Interventionen zeigen, dass Kardinal Reinhard Marx durchaus Sinn für das Symbolische besitzt. Doch nicht, um den katholischen Glauben in einer Zeit der Bedrängnis zu stärken, sondern um ihn zu schwächen.

Zu Kardinal Marx passt der in sein Gegenteil veränderte Vers aus 42,2 aus Jesaja: „Das geknickte Rohr zerbricht er und den glimmenden Docht löscht er aus.“

Bei einem Hirten, der sich so verhält, stellt sich die Frage, welche Autorität er überhaupt noch beanspruchen kann?

Zur Beantwortung dieser Frage gibt es eine Rede von Kardinal Walter Brandmüller am 7. April 2018 in Rom Hinweise. Demnach kann der „sensus fidei“ (Glaubenssinn) durchaus dazu führen, dass ein Bischof zwar nicht die Weihe, wohl aber sein Hirtenamt verliert, weil er in den Augen der Gläubigen nicht mehr Bischof ist.

Kardinal Brandmüller: „In negativer Hinsicht wirkt der sensus fidei hingegen wie eine Art geistigen Immunsystems, das den Gläubigen allen Irrtum instinktiv erkennen und abweisen lässt. Auf diesem sensus fidei ruht dann – von der göttlichen Verheißung abgesehen – auch die passive Unfehlbarkeit der Kirche, nämlich die Gewissheit, dass die Kirche als Ganzes nie einem Glaubensirrtum verfallen kann.

Den vollständigen Text in deutscher Übersetzung der Rede von Kardinal Brandmüller findet man hier: http://www.kath.net/news/63391/print  . Das italienische Original kann hier gelesen werden: https://www.marcotosatti.com/2018/04/08/chiesa-dove-vai-atti-del-convegno-il-testo-del-card-brandmuller/

Der wesentliche Punkt in der Rede Brandmüllers ist folgender: Die Gläubigen besitzen ein Licht, durch das sie erkennen, wenn ein Hirte sie in die Irre führt. Dann sind sie nicht zum Gehorsam verpflichtet, sondern zum Widerstand berechtigt. Es gibt genug Beispiele in der Geschichte, in der es zu einer ähnlich tragischen Situation kam.

Kardinal Brandmüller: „Dabei finden wir in der Tat nicht wenige Zeugnisse für die gewichtige Rolle des Glaubenszeugnisses der Laien. Es ist wiederum Kardinal Newman, der unseren Blick auf die Arianismus-Krise des 4. Jahrhunderts lenkt. In dieser Situation . . . versagten die Bischöfe weithin. „Sie sprachen uneinheitlich, einer gegen den anderen; nach Nicaea gab es fast 60 Jahre kein festes, beständiges, konsequentes Zeugnis.“ Während nun der Episkopat verunsichert und gespalten war, „wurde die der unfehlbaren Kirche anvertraute göttliche Tradition weitaus mehr durch die Gläubigen als durch den Episkopat verkündet und aufrechterhalten.“

Auf Kardinal Marx angewandt stellt sich die Frage:

Kann man einem Hirten folgen, der gezielt und präzise – geradezu mit einem „unfehlbaren“ Instinkt - versucht, die Gläubigen in einigen für die heutige Zeit entscheidenden Fragen zu desorientieren und sie gegenüber den Angriffen auf Glaube und Kirche zu schwächen?

Die Antwort auf diese Frage kann nicht allein durch einzelne Stimmen kommen. Wir beobachten die Situation aber weiter mit großer Aufmerksamkeit.

Samstag, 28. April 2018

Ist der deutsche Progressismus am Ende?

Bischof Franz-Josef Bode. Pressefoto Bistum Osnabrück
Was macht ein deutscher Jesuit, der in die Jahre gekommen ist, aber noch nicht völlig unbekannt ist, wenn er in die Schlagzeilen gelangen möchte?

Er geht zu katholisch.de (von der Bischofskonferenz finanziert) und fordert die Priesterweihe für Frauen und Verheiratete.

Das tat der ehemalige Jesuitenprovinzial Stefan Kiechle. Bei katholisch.de bekommt er noch etwas Aufmerksamkeit. Ansonsten erntet er gähnendes Desinteresse mit einer Aussage, mit der er vor einigen Jahren einen heftigen Sturm in den Medien provoziert hätte.

Dieses Schicksal erleidet immer mehr auch Bischof Franz-Josef Bode. Der Oberhirte von Osnabrück hat sich geradezu auf Tabubrüche spezialisiert, wobei er mit Sicherheit die eine oder andere Schlagzeile bekommt  - diese Woche erneut mit der Forderung, das Zölibat abzuschaffen.

Seine nicht besonders originelle Forderung wurde pflichtschuldigst in einigen Medien verbreitet – wie etwa katholisch.de – doch das war´s auch.

Solche Aussagen erhalten noch bestenfalls eine  - freilich kritische - Resonanz im Ausland, in Ländern, wie den Vereinigten Staaten oder Polen, in denen der deutsche progressistische Katholizismus als abschreckendes Beispiel einer dekadenten und aussterbenden Kirche dargestellt wird.

Und damit haben sie leider recht. Der Progressismus hat die katholische Kirche in Deutschland ruiniert. Doch entgegen den Erwartungen ernten sie just zu einem Zeitpunkt, als sie fast dabei sind, das zu erreichen, wonach sie jahrzehntelang gelechzt haben, nicht einmal mehr Verachtung, sondern "dröhnende" Stille.

„Ich liebe den Verrat, aber ich hasse Verräter“ ist ein Aphorismus aus Cäsars „De Bello Gallico“, der gut die Haltung der liberalen deutschen Gläubigen gegenüber den Protagonisten des Progressisten beschreibt: 

Viele Jahre war es den liberalen Katholiken durchaus recht, dass die kirchliche Hierarchie ihnen eine liberalen Lebenshaltung gewährte. Dadurch konnten sie möglicherweise auch ihre schlechten Gewissen etwas betäuben. Doch nun, wenn das Zerstörungswerk des Progressismus für alle deutlich geworden ist, wenden sie sich ab.

Wenn es von den Gläubigen – selbst von den Lauen – anhängen würde, wäre der deutsche Progressismus erledigt und würde längst gesunden Strömungen Platz machen.

Doch noch sitzen sie an den Machtschaltern und haben viele Instrumente, um glaubens- und lehramtstreue Personen und Bewegungen am Wachsen zu hindern.

So müssen diese wie eine Art Untergrundkirche überleben und sich „durchwurschteln“ in der Erwartung besserer Zeiten.

Jedenfalls findet man dort die Frische, die Hoffnung, die Dynamik, die Vitalität, die Kraft, die Leidensbereitschaft, die immer die katholische Kirche gekennzeichnet hat. Kurz: Dort findet man die übernatürliche Sakralität, die uns auf dieser Welt eine Idee gibt, wie das Leben nach dem Tod im Himmel sein wird.

Donnerstag, 26. April 2018

Werbeverbot: SPD setzt Ultimatum - wir auch!

Andrea Nahles. Foto: Suzie Knoll. Pressefoto SPD-BT-Fraktion 
Für deutsche Verhältnisse geschah vor wenigen Tagen etwas äußerst Ungewöhnliches:

Der SPD-Vorstand erhöhte seinen Kampfmodus in der Debatte um das Werbeverbot für Abtreibungen auf Höchststufe und stellte der Union ein erstaunliches Ultimatum:


CDU/CSU sollen bis zum Herbst dieses Jahres einknicken und einer Änderung des § 219a StGB zustimmen, so die SPD. Ansonsten wollen sich die Sozialdemokraten zur Abschaffung des Werbeverbots für Abtreibungen andere Partner im Bundestag suchen.


Das ist harter Tobak, denn mit eine solchen Erpressung setzt die SPD die bestehende Regierungskoalition aufs Spiel.


Der Preis für die SPD wäre auf jeden Fall groß: Die Union könnte entweder die Koalition und damit die laufende Bundesregierung beenden oder sie könnte sich rächen und bei einem anderen Thema Mehrheiten jenseits der Koalition mit der SPD suchen.


Das Vertrauen in die Regierungskoalition zwischen Union und SPD wäre jedenfalls dahin und damit auch ihre Stabilität.


Aus dem Blickwinkel des Lebensrechtes lassen sich aus dem völlig überzogenen und aggressiven Verhalten des SPD-Vorstandes folgende Schlussfolgerungen ziehen:


Die Abtreibungslobby innerhalb der SPD ist dermaßen überzeugt von ihrem Kampf gegen das Recht auf Leben der ungeborenen Kinder, dass andere Erwägungen – wie etwa die politische Stabilität Deutschlands (und Europas) - völlig ausgeblendet werden. Die Abtreibungsaktivisten agieren wahrhaftig wie Fanatiker. Sie sind von ihrer düsteren Mission besessen.

Die Abtreibungslobby innerhalb der SPD agiert mit einer solchen Präpotenz und Arroganz, dass sie sich offensichtlich im Besitz der absoluten Wahrheit wähnt und der Auffassung ist, diese Pseudo-Wahrheit mit verbohrter Aggressivität durchsetzen zu dürfen.
Der Fanatismus und die ideologische Verblendung der Abtreibungslobby geht so weit, dass das Wesentliche der Debatte für sie völlig aus dem Blickwinkel verschwindet: Und zwar die Tatsache, dass es hier um das Leben von unschuldigen Kindern geht.
Schließlich muss auch festgestellt werden, dass die SPD beim Thema Abtreibung von Radikalfeministinnen okkupiert zu sein scheint. Jedenfalls schaffen sie es, die gesamte Partei zu extremen politischen Forderungen bewegen zu können.

Mit Leuten, die ein solches Verhalten an den Tag legen, kann man nicht verhandeln. 


Einmal mehr zeigt sich, dass, wenn es um das Leben von Menschen geht, man keine „faulen Kompromisse“ schließen darf. 


Denn die Gegner des Lebens der Ungeborenen werden immer nach mehr streben wollen. Für sie sind Kompromisse nichts anderes, als Etappen auf dem Weg zur totalen Abschaffung des Rechts auf Leben der ungeborenen Kinder.


Diese Tatsache darf man auf keinem Fall aus den Augen verlieren.


Es gibt Abtreibungsaktivisten in den linken Parteien, die sich gemäßigt zeigen. Doch schließlich – wie diese Forderung des SPD-Vorstandes zeigt – setzen sich die radikalen Abtreibungsaktivisten durch.


Bei denen wird jegliche Begrenzung der Abtreibung als ein Angriff auf Ihre Freiheit aufgefasst, was in ihnen einen unbändigen Hass auslöst.


Innerhalb der SPD scheinen sich diese Radikalfeministinnen am Ende im Diskurs über das Thema Abtreibung durchsetzen zu können. Sie treiben die „moderateren“ Elemente vor sich her, die schließlich aus Angst, man könne sie als „frauenfeindlich“ etikettieren, den Maximalforderungen der Radikalen zustimmen.


In diesem Prozess bleibt das Lebensrecht der Kinder im Mutterleib auf der Strecke. Über die Ungeborenen versucht man einen Schleier des Schweigens zu legen, den wir, die „widerlichen Lebensrechtler“ (MdB Eva Högl SPD), immer wieder von neuem zerreißen. 


Erfreulicherweise reagierte die Union empört und sprach von einer regelrechten Drohung, der man sich nicht beugen würde. CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt (CSU) bezeichnete das SPD-Ultimatum als „nicht akzeptabel“. Ähnlich äußerten sich Politiker aus der CDU.


Aber das reicht nicht.


CDU und CSU müssen viel intensiver klar stellen, dass es hier primär um das Recht auf Leben von Menschen geht.


Das Werbeverbot ist der klägliche Rest an Schutz ungeborenen Lebens, der im Strafgesetzbuch noch verankert ist. Fällt dieser, wird sich die Abtreibungslobby damit nicht begnügen.


Sie wird dann die Abschaffung des Beratungsscheines verlangen. Die Abtreibungslobby wird längere Abtreibungsfristen fordern. Sie wird die Verankerung eines regelrechten „Rechts auf Abtreibung“ anstreben. Und nicht zuletzt wird sie versuchen, jeden Einsatz für das Lebensrecht der Ungeborenen zu kriminalisieren, wie das schon in Ländern wie Frankreich teilweise der Fall ist.


Wenn die Union das „C“ noch ernst nimmt, muss sie sich entschließen, energisch die Kultur des Lebens bei den Menschen beliebt zu machen.


Das ist nicht schwer, denn alle Menschen wissen im Grunde, dass die Tötung ungeborener Kinder falsch ist.


Und auf der ganzen Welt – auch in Deutschland – ist „Pro-Life“ auf dem Vormarsch. Das geben Abtreibungsaktivisten selber zu.


Der Kampf der Abtreibungslobby gegen den § 219a ist fanatisch, hat aber auch die Züge eines verzweifelten Kampfes. Er wirkt wie der hysterische Versuch, die noch bestehenden Reste des Radikalfeminismus mobilisieren zu können.


Die Union darf sich von diesem letzten Aufbäumen der Abtreibungsbefürworter nicht beeindrucken lassen. Sie muss folgendes Ultimatum setzen:


Das Recht auf Leben hat in unserer Gesellschaft absoluten Vorrang. Für alle! Immer!

Dienstag, 17. April 2018

Gender: Eine radikale, gefährliche und fanatische Revolution

Mathias von Gersdorff

Inzwischen gibt es viele Bezeichnungen für die Gender-Ideologie:

Gender-Irrsinn, Gender-Gaga, Gender-Wahnsinn, Gender-Quatsch etc.

Keine dieser Bezeichnungen ist für mich wirklich zufriedenstellend.

Denn sie beschreiben nicht angemessen das wahre Problem von Gender:

Gender ist eine fanatische und radikale Ideologie und ihre Vertreter führen eine Revolution durch, die diese Ideologie bis zum Paroxysmus durchsetzen will – koste es, was es wolle.

Sie meinen, ich übertreibe?

Schauen wir in die Vereinigten Staaten, wo man hinsichtlich Gender-Ideologie sogar noch weiter ist als hier in Deutschland:

Beim Boston-Marathon am 16. April 2018 durften fünf Männer als Frauen teilnehmen.

Falls Sie mir nicht glauben, können Sie es hier nachlesen: https://edition.cnn.com/2018/04/15/us/boston-marathon-transgender-participants/index.html

Der Boston-Marathonlauf ist nicht irgendeine Sportveranstaltung in dem riesigen Land, sondern eine der Bekanntesten.

Hier wurde offensichtlich eine Show, eine Propaganda-Inszenierung zugunsten von Gender organsiert.

Die banale Tatsache, dass diese Männer einen enormen Vorteil gegenüber den Frauen haben, darf keine Rolle spielen.

Die Ideologie geht vor.

Werden wir bald erleben, dass Männer als Frauen beim Gewichtheben, Fußball und sonstige Sportarten, in denen Kraft und Ausdauer entscheidend sind, auftreten dürfen?

Es wäre ein Fehler und sogar gefährlich, diese groteske Nachricht bloß als „witzig“ zu bezeichnen.

Denn was wir hier erleben ist ein Krieg gegen die Realität. Und ein solcher Krieg muss in die Diktatur führen.

Die Gender-Ideologie ist dermaßen unvernünftig und realitätsverachtend, dass sie nur auf diktatorische Weise durchgesetzt werden kann.

Um das festzustellen, brauchen wir nicht über den Atlantik zu blicken.

Bei uns gibt es genug Beispiele, die zeigen, dass sich langsam aber sicher eine Psycho-Diktatur bildet.

Vom 13. bis zum 15. April 2018 fand in Frankfurt ein Kongress mit dem Namen „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ statt.

Es ging um Themen wie „Am Glück wie am Unglück sind immer beide Partner beteiligt“, „Die vielfältigen Pfade zwischen Trauma, posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) und interpersoneller Gewalt“ oder „Eine einfache und effektive interaktionale Unterscheidung zwischen verschiedenen Paartypen, die mit Gewalt leben“.

Trotz solcher recht akademisch klingender Vortragsthemen kam dieser Kongress in die Schlagzeilen.

Der Grund: Einer der Redner, der Soziologe Prof. Dr. Gerhard Amendt, sei „homophob“.

Prompt hat sich eine Allianz gegen diesen Kongress gebildet, die sogar von der Universität Frankfurt, in deren Räumlichkeiten der Kongress stattfinden sollte, eine Stornierung der Raumvermietung forderte.

Wohlgemerkt: Im Kongress an der Universität Frankfurt ging es gar nicht um Homosexualität.

Das war aber den Homo-Aktivisten egal. Sie meinten, Amendt hätte sich kritisch gegenüber Homosexualität und Gender geäußert und deshalb dürfe der ganze Kongress nicht stattfinden.

Amendt ging öffentlich auf die Angriffe ein und konnte erfolgreich etliche Medien abmahnen. Gegenüber dem Hessischen Rundfunk erklärte er: „Wir müssen der politischen Denunziation Einhalt gebieten“.

Erfreulicherweise ist die Universität Frankfurt trotz des massiven Drucks nicht eingeknickt und erklärte: „Im Sinne der Wissenschafts- und Meinungsfreiheit versteht sich die Goethe-Universität als Ort, an dem kontroverse Themen und polarisierende Positionen offen geäußert werden können.“

Das brachte die Homo-Aktivisten noch mehr in Rage. Sie versuchten den Kongress schließlich durch einen Feueralarm zu verhindern.

Weil man es nicht für möglich hält, zitiere ich die (linksgerichtete) Frankfurter Rundschau: „Die Eröffnungsveranstaltung des Kongresses „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ an der Goethe-Universität in Frankfurt musste am Abend unterbrochen werden. Während der Eröffnungsrede des umstrittenen Soziologen Gerhard Amendt wurde Feueralarm ausgelöst, der Veranstaltungsort musste geräumt werden. Rund 30 Personen protestierten gegen den Auftritt von Amendt. Später wurde der Kongress fortgesetzt.“

Hier geht es nicht um einen isolierten Fall.

Ich könnte mehrere Persönlichkeiten nennen, die aufgrund von Störungen linksradikaler Regenbogengruppen nicht mehr in der Öffentlichkeit sprechen können.

Und aus eigener Erfahrung weiß ich: Wer sich für die „Ehe zwischen Mann und Frau“ und gegen Gender ausspricht, kann nur mit schwerem Polizeischutz öffentlich reden.

Wer heutzutage behauptet, Gott hätte „nur“ Mann und Frau geschaffen, lebt gefährlich.

Unsere Strategie gegenüber diesen ungeheuren Angriff ist in der Öffentlichkeit zu zeigen, dass...

1. ... wir die Mehrheit sind und nicht die winzigkleinen, lautstarken und radikalen Regenbogengruppen, die stets auf Krawall und Hetze aus sind.

2. ... wir die vielen Menschen auf unserer Seite haben, die nicht wollen, dass Kitas und Schulen zu Gender-Indoktrinationsstätten umfunktioniert werden.

3. ... wir vertreten die Wahrheit vertreten und nicht die Gender-Lobby, denn Gender ist nichts anderes als eine riesige Lüge.

Wenn wir viele sind, werden wir auch die Gender-Revolution besiegen können.

Bilden wir eine starke Front gegen die Gender-Revolution zum Schutz der Kinder, der Ehe und der Familie!

Bitte laden Sie Ihre Verwandten, Freunde und Bekannten ein, an den Aktionen von „Kinder in Gefahr“ teilzunehmen.

Folgt man diesem Link, so kann man sich in unserer Aktion „Kinder in Gefahr“ eintragen:

www.aktion-kig.org/kampagnen/unterkl2016/

Mittwoch, 11. April 2018

FAZ: Papst Franziskus drängt auf Abkommen mit Peking

Kardinal Zen bei der Verleihung des
Stephanus-Preis für verfolgte Christen
In ihrer Ausgabe vom 11. April 2018 berichtet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, dass Papst Franziskus selbst auf eine Einigung mit dem kommunistischem Regime Rotchinas drängt.

Kardinal Joseph Zen, der prominenteste Gegner eines fatalen Konkordates zwischen dem Vatikan und Rotchina unter den gegenwärtigen Umständen, betonte in einem Vortrag in Bonn anlässlich der Verleihung „des „Stephanus-Preis für verfolgte Christen“, dass Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin ein Abkommen vorantreiben wolle, das eine weitgehende Übergabe der katholischen Untergrundkirche in China in die Hände der Kommunisten vorsieht.

Wie die FAZ schreibt, will Papst Franziskus damit einen großen diplomatischen Coup landen. Ähnliches hatte er schon in Kolumbien in den Verhandlungen der Regierung mit den kommunistischen Farc erreicht. Die linke Farc-Guerilla konnte alle ihre Forderungen durchsetzen, ohne von ihrer marxistischen Ideologie abrücken zu müssen.

Das Abkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba im  Jahr 2015 war ebenfalls sehr günstig für die kommunistische Regierung.

Ob nun Papst Franziskus hinter den letzten diplomatischen Demarchen des Vatikans stand oder nicht, ist zumindest für die Zukunft zweitranging.

Als die „Katholische Nachrichtenagentur“ Kardinal Zen fragte, ob er „fest überzeugt sei, dass der Papst nur schlecht informiert“ ist, antwortete Zen: „Inzwischen ist er es nicht mehr. Inzwischen ist er in Sorge über die Angelegenheit. Am Anfang waren da nur Leute, die einem solchen Abkommen das Wort redeten. Doch immer mehr besonnenere, ältere Leute haben ihn mittlerweile gewarnt. Ich denke, der Papst ist vorsichtiger geworden.“

Das vorgesehene geplante Konkordat wird deshalb so scharf kritisiert, weil die katholische Kirche praktisch keinen Einfluss auf die Ernennung von Bischöfen hätte. Der Papst bekäme maximal ein Vetorecht. Zudem hat die chinesische Regierung in den letzten Monaten unmissverständlich klargemacht, dass sie die totale Kontrolle über die katholische Kirche erreichen will. Sie duldet keine Unabhängigkeit.

Die Untergrundbischöfe würden vom Staat zwar akzeptiert werden, doch die bestehende Bischofskonferenz der „Patriotischen Kirche“ ist nichts anderes als eine staatliche Behörde. Zudem hat China die Religionsgesetze verschärft, den Verkauf von Bibeln erheblich erschwert und eine halbwegs unabhängige Kommission für Religionsfragen aufgelöst. In der Karwoche wurde schließlich der Untergrundbischof Guo Xijin, um seine Beteiligung an den liturgischen Feiern der Osterwoche zu verhindern.

Für Kardinal Zen ist es unverständlich, dass der Vatikan unter solchen Umständen verhandeln will. Es kann nur ein fauler Kompromiss herauskommen, der die katholischen Interessen in China massiv belasten wird und der einen Verrat an den eigenen Gläubigen darstellt.